Schnuppern in ausländischen Kitas

Jedes Jahr machen junge Leute der Fachakademie in Ahornberg ein Praktikum in Österreich, Holland oder Nordirland. Das bringt die Studierenden auch persönlich weiter.

Von Helmut Engel

Ahornberg – Fester Bestandteil der Abschlussfeier der Fachakademie für Sozialpädagogik des Landkreises Hof in Ahornberg ist seit sechs Jahren die Aushändigung der Europässe an Studierende, die im vergangenen Schuljahr ein vierwöchiges Auslandspraktikum geleistet haben. 18 junge Frauen und Männer hatten die Chance wahrgenommen. Sie reisten in Einrichtungen in Derry Nordirland, Wien und Leeuwarden in den Niederlanden.

In Derry arbeiteten die Praktikanten in „Day Nurseries“ mit zwei- bis dreijährigen Kindern, in „Primary Schools“ mit Kindern von drei bis fünf Jahren oder in hortähnlichen Einrichtungen für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren. Im holländischen Leeuwarden haben die Studierenden an einer Schule für Kinder mit Lernbehinderung oder an einer „Jenaplan-Grundschule“ mitgearbeitet. In Wien kümmerten sie sich in einem Sportkindergarten um die Kleinsten oder waren in Familien- und Stadtteilzentren, wo sie mit allen Altersklassen gearbeitet haben.

Finanziell unterstützt wurden die Praktikums-Teilnehmer vom Bildungsprogramm Erasmus der EU. Ziel sei, dass junge Menschen die verschiedenen Sozialsysteme kennenlernen und einen Einblick in die pädagogische Arbeit außerhalb Deutschlands erhalten, erklärte Silva Thüroff, die zuständige Lehrerin in Ahornberg. Zusätzlich würden die jungen Leute Selbstvertrauen bei der Verwendung der Fremdsprache gewinnen und interkulturelle Kompetenz erlernen. Die Erfahrungen eröffneten den Studierenden auch die Möglichkeit, sich auf eine Stelle im Ausland zu bewerben. Dies sei aber auch von Vorteil bei Bewerbungen in Deutschland: „Damit heben Sie sich von anderen Bewerbern ab.“

Insgesamt 18 Europässe wurden anlässlich der Verabschiedung der abgehenden Sozialpädagogen an der Fachakademie in Ahornberg an die Absolventen ausgehändigt. Sie haben im letzten Schuljahr ein Praktikum im Ausland abgeleistet. Foto: Helmut Engel

Insgesamt 18 Europässe wurden anlässlich der Verabschiedung der abgehenden Sozialpädagogen an der Fachakademie in Ahornberg an die Absolventen ausgehändigt. Sie haben im letzten Schuljahr ein Praktikum im Ausland abgeleistet. Foto: Helmut Engel

Thüroff betonte, dass ein Auslandsaufenthalt nicht mit einem Urlaub verglichen werden kann. Die Aufgaben der Teilnehmer seien vertraglich festgelegt. Außerdem müssen die Studierenden in den verschiedenen Einrichtungen altersgerechte Angebote für die Kinder ausarbeiten, die benotet werden. Ebenfalls auszuarbeitende Portfolios mussten mit Kurzvorträgen an einem Messestand vorgestellt werden. Damit sollen nachfolgende Jahrgänge informiert und motiviert werden, ebenfalls Auslandspraktiken zu absolvieren. Dennoch kam der Spaß nicht zu kurz: Wie die Lehrerin erzählte, sei der Aufenthalt für die Teilnehmer lustig, unvergesslich, interessant oder beeindruckend gewesen: „Die Aussagen der Teilnehmer sind mir regelrecht unter die Haut gegangen.“

Helmut Engel: Schnuppern in ausländischen Kitas
In: Frankenpost, Stadt und Landkreis Hof , 02.08.2017, S. 10

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