Kommunale Fachakademie für Sozialpädagogik

des Landkreises Hof

Einführungsveranstaltung am 26. September 2002

Neben der Fachakademie in Hof gibt es jetzt in Ahornberg mit der Fachakademie für Sozialpädagogik des Landkreises Hof die zweite Einrichtung dieser Art in Oberfranken. Für die leitende Regierungsschuldirektorin Waltraud Vogtherr sind sie die ,,Orchideen des Schulwesens'', für welche die Genehmigungsvorgaben sehr hoch gehängt sind und Professor Dr. Rudi Fischer von der Fachhochschule Zwickau sieht in ihnen Instrumente, welche den Studierenden eine persönliche zweite Chance eröffnen.


Ahornberg


FACHAKADEMIE FÜR SOZIALPÄDAGOGIK ERÖFFNET

Fachakademien, die ,,Orchideen des Schulwesens''



Ein Netz das alle verbindet wurde von den Studierenden des ersten Jahrgangs gesponnen. In der ersten Reihe die Ehrengäste von links: die Schirmherrin und Präsidentin der Euregio Egrensis, Dr. Birgit Seelbinder, die leitende Regierungsschuldirektorin Waltraud Vogtherr, Kreisbaumeister Gernot Dietel, Professor Dr. Jochen Weihe von der Fachhochschule Lüneburg, Professor Dr. Rudi Fischer von der Fachhochschule Zwickau und Vorsitzender des Fördervereins der Ahonberger Schulen, Professor Dr. Hartmut Wunderatsch von der Beamtenfachhochschule Hof und Schatzmeister des Fördervereins.



Für hervorragende Leistungen wurden drei Schülerinnen der Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof mit dem Meisterpreis der Bayrischen Staatsregierung durch Waltraud Vogtherr (Zweite von links) und Fachlehrer Hermann Gesell (rechts) ausgezeichnet. Der erste Preis ging an Marina Müller aus Eckersdorf (Bildmitte), der zweite an Birgit Lackmann (links) aus Selb und der dritte an Cindy Bühling (Zweite von rechts) aus Lautertal.



Eine Zuckertüte für die Schulleiterin Barbara Spöttl


AHORNBERG- Unter großer Anteilnahme von Kommunalpolitik und des regionalen Schulwesens wurde die Fachakademie für Sozialpädagogik des Landkreises Hof in Ahornberg mit einem Festakt offiziell eingeweiht. Für Schulleiterin Barbara Spöttl war es das erste Anliegen, Dankesworte an Landrat Bernd Hering, seinen Kreisräten und den beteiligten Mitarbeitern des Landratsamtes ihren Dank aussprechen. Erst durch deren bildungspolitisches Engagement konnte die Fachakademie auf den Säulen der Ahornberger Schulen aufgebaut werden.

,,Politiker, Studierende, Hochschuldozenten, Lehrer, Eltern und Schüler haben im Grunde dasselbe Anliegen. Es gilt für alle, Lernen und Bildung als Wert mit seinen Dimensionen, ausgelöst durch die technischen Innovationen, immer wieder neu zu entdecken'', auf diese Worte, niedergeschrieben in der Zeitschrift ,,Das Parlament'' baute Spöttl ihre Festrede auf. Die Studierenden müssen in die Lage versetzt werden, die Qualität der Informationen zu beurteilen, die Fähigkeit erlangen, diese richtig einzuordnen und die Erkenntnis gewinnen, ,,ich muss Kreativität und Selbstverantwortung bei mir selbst fördern.'' Bildungschancen sind Lebenschancen, das heißt besonders für die Studierenden ,,geistige Substanz oder intellektuelle Muskeln aufzubauen.''

Erzieher sind Profis, fährt die Schulleiterin fort, an sie wird der Anspruch gestellt, eine Einheit von Betreuung, Bildung und Erziehung herzustellen. Neben ihrem sozialpädagogischen Fach- und Handlungswissen müssen sie Fähigkeiten zur Kommunikation, zum partnerschaftlichen Umgang, zur geregelten Organisation und Koordination, zur Innovation und zur Repräsentation, zur Integration und Motivation und Kenntnisse über Moderation entwickeln.

Eine neue Diskussion entfacht das Gesamtkonzept zur Kinderbetreuung. ,,Jedoch weniger über seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag als vielmehr über die Kosten.'' Betreuung auf Abruf soll möglich sein. Gutscheine, Servicepakete, Abendbetreuung. Aus Eltern werden Kunden und Verbraucher und der Kindergarten stellt das Produkt Betreuung her. Die pädagogische Arbeit ist mit einer neuen Philosophie verbunden, dazu gehören Begriffe wie Effizienz, Effektivität der Arbeit, verbunden mit der Frage nach der Qualität und ihren Standards. Deshalb werden nicht nur an die Lehrkräfte neue Anforderungen gestellt, sondern auch an den Erzieherberuf. ,,Es gilt für alle, Lernen und Bildung als Wert mit seinen erweiterten Dimensionen wieder neu zu entdecken.''

Pfarrer Straub, der den Werdegang der Schule von Beginn an mitgemacht hat, war die Einweihung der neuen Einrichtung vorbehalten. Er erinnerte, dass zur Bildung auch ,,Herzensbildung'' gehört. Dies kann nur durch die ,,Zivilisation der Liebe'' geschehen.

Für den stellvertretenden Landrat Klaus Adelt ist Ahornberg der ,,Inbegriff der beruflichen Bildung''. Mit der Einweihung der Fachakademie wurde ein ,,Markstein'' gesetzt und die Schule wird zum ,,Kompetenzzentrum in Oberfranken''.


Die Schirmherrschaft der Einrichtung übernahm die Präsidentin der Euregio Egrensis, Dr. Birgit Seelbinder. Sie hob in ihrem Grußwort ausdrücklich hervor, dass es für die Erzieher im Grenzraum in der Zukunft wichtig sein wird, mit Völkerverständigung, gegenseitiger Achtung und Toleranz vertraut zu sein. Sie stellte zwei Projekte im Kinder- und Jugendbereich vor, wo grenzüberschreitend zusammenarbeitet wird. ,,Hauptziele der Projekte sind, die Sachkompetenz in der Grenzregion auszubauen und Vorurteile abzubauen.'' Auch für Ahornberg sieht sie die Möglichkeit, grenzüberschreitend zu arbeiten.

Für die leitende Regierungsschuldirektorin Waltraud Vogtherr waren drei Voraussetzungen notwendig, in Ahornberg eine Fachakademie anzusiedeln. Räumlichkeiten, Praxisstellen und Lehrkräfte. Ersteres ist vorhanden, Praxisstellen wurden zugesagt und es ist gelungen, über 20 kompetente Lehrer einzustellen. ,,Sie haben die Bewährungsprobe bestanden.''


Gemeinsam mit Hermann Gesell nahm sie die Verleihung des Meisterpreises der Bayrischen Staatsregierung an drei Absolventinnen der Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof vor. Sie würdigte deren Leistungen, ,,in die sie viel investiert haben.'' Ausgezeichnet mit einem 1. Preis, dotiert mit 1560 Euro, wurde Marina Müller aus Eckersdorf für herausragende Leistungen mit einem Notendurchschnitt von 1,21. Der 2. Preis für besondere Leistungen und einem Preisgeld von 1040 Euro ging an Birgit Lackmann aus Selb, deren Notendurchschnitt 1,28 war. Den 3. Preis über 520 Euro konnte sich Cindy Bühling aus Lautertal mit dem Notendurchschnitt von 1,42 sichern.

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Konradsreuth, Artur Mehringer, sieht in der neuen Einrichtung eine Bereicherung für die Gemeinde. Für ihn beginnt die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes im Klassenzimmer.


Die stellvertretende Vorsitzende der GEW in Bayern, Gudrun Lehmann, fordert gut ausgebildete Erzieherinnen mit individuellem Einfühlungsvermögen. ,,Unsere Kinder haben die besten verdient.''


Der Vorsitzende des Fördervereins der Ahornberger Schulen und Professor an der Fachhochschule Zwickau, Dr. Rudi Fischer, hat dieses Vorhaben gerne unterstützt. Die Schüler erhalten eine persönliche zweite Chance für eine gehobene Berufslaufbahn und können so den Zugang zu einem Hochschulstudium erhalten. ,,Sie können alle Potenziale ausschöpfen.'' In Ahornberg gibt es nach seinen Worten ein ,,Komplettangebot der Bildungsmöglichkeiten aus einer Hand.'' Es erlaubt den Schülern, ohne kostenträchtigen Schul- und Wohnortwechsel ihre Ausbildung fortzusetzen.


Der erste Jahrgang der Studierenden an der Fachakademie hat die Feierlichkeiten mit einem tollen Rahmprogramm ausgefüllt, das innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt und professionell vorgetragen wurde.


Abschließend referierte Professor Dr. Jochen Weihe von der Fachhochschule Lüneburg über die ,,Zukunftssicherung durch strategische Ausbildungs- und Lebensplanung.'' HELMUT ENGEL